Selbstmitgefühl

Das Kultivieren des Selbstmitgefühls ist uns nicht in die Wiege gelegt worden. Wieso glauben wir, dass wir zu uns selbst besonders hart und kritisch sein müssten und eine  liebevolle und mitfühlende Haltung nur den anderen zusteht?  

Kristin Neff (Professorin für Psychologie) hat intensiv zum Thema Selbstmitgefühl geforscht und herausgefunden, dass eine mitfühlende innere Stimme, die unsere Wegbegleiterin wird, uns dabei unterstützen kann,  einen besseren Umgang mit Schwierigkeiten und mit uns selbst zu entwickeln. Wir begegnen uns selbst  sanfter, anstatt uns ständig für jedes Missgeschick zu verurteilen.  

Das Beeindruckende am Selbstmitgefühl ist, dass selbst, wenn wir in unserem bisherigen Leben zu wenig dieser positiven Unterstützung erfahren haben, wir sie nachträglich in uns wachsen lassen können. Durch das Kultivieren des Selbstmitgefühls werden wir nicht nur mitfühlender uns selbst sondern auch den Menschen um uns herum gegenüber. 

Wie begegnest du dir, wenn etwas nicht so läuft wie du es dir wünscht?
Freundlich und verständnisvoll? Blickst du auf das was du kannst?
Oder kennst du eher solche verletzenden Gedanken:

  • Stell dich nicht so an
  • Du musst dich einfach mehr anstrengen
  • Du musst durchhalten
  • Die anderen schaffen es und du nicht
  • Du bist zu schwach, zu unfähig etc. 

Was uns Selbstmitgefühl ermöglicht

nach: Mangold, J., Wir Menschen sind auch nur Eltern, Arbor Verlag 2018

  • Besser mit Schwierigkeiten umgehen
  • Mehr Fürsorgen und Mitgefühl für andere 
  • Auf Positivem aufzubauen, zu erkennen was schon gut läuft und den inneren Entwicklungsraum zu erforschen.
  • Bereit Verantwortung zu übernehmen
  • Weniger Versagensängste, mehr Bereitschaft, sich nach einem Misserfolg erneut zu bemühen
  • Eine schnellere Perspektivübernahme wird möglich

"Wir praktizieren Selbstmitgefühl nicht, damit es uns besser geht, sondern weil es uns immer wieder schlecht gehen wird" 
Christopher Germer